Sophie Modert

Doktorandin

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Sophie Modert


Projekt

"Vorbemerkungen, deren genauere Betrachtnahme empfohlen wird" - Paratextuelle Rahmungsstrategien in deutschsprachigen Lesebüchern des 19. Jahrhunderts [Arbeitstitel]

Betreuung:

Prof. Dr. Andrea Polaschegg

Priv.-Doz. Dr. Peter C. Pohl

Paratextuelle Rahmungsstrategien spielen eine integrale Rolle in der Organisation von Kommunikation in Lesebüchern des 19. Jahrhunderts. Als didaktisches und institutionelles Medium muss das Lesebuch Anschlusspotenziale seiner Inhalte für individuelle und gesellschaftliche Handlungskontexte deutlich machen. Dieser Prozess vollzieht sich insbesondere in Vorworten, jedoch auch in Titeln oder Inhaltsverzeichnissen. Allerdings bricht das Lesebuch eine wichtige Regel der Paratextualität: Die Adressaten seiner Paratexte und die Adressaten des Werkes sind nicht identisch. Paratexte in Lesbeüchern wenden sich in erster Linie an die pädagogische Öffentlichkeit und verstehen sich als Teil jener Kommunikationslogiken und -praktiken, die die Bildungsdiskurse des 19. Jahrhunderts bestimmen.

Die Untersuchung entsprechender Rahmungsprozesse ermöglicht somit vielfältige Rückschlüsse über literarische Transferprozesse im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts. Die Untersuchung ist dabei transnational angelegt: Anstatt von einem geschlossenen Sprach- und Literaturraum auszugehen, fragt sie nach Kontinuitäten und Brüchen zwischen verschiedenen ‚innerdeutschen‘ Kanones und ihren Kontextualisierungs- und Bewertungsstrategien in der nationalen und kulturellen Identitätsbildung.


Profil

  • seit 01/2024
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Graduiertenkolleg 2291 "Gegenwart/Literatur"  der Universität Bonn
  • 2021-2023
    Masterstudium der Germanistik an der Universität Innsbruck
  • 2021-2023
    Studentische Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck (bei Univ.-Prof. Dr. Dirk Rose)
  • 2022
    Studentische Mitarbeiterin im Projekt Die schweizerische Bildungsexpansion 1830–1860, ihre Bedeutung für den deutschsprachigen Raum und ihre Aktualität (gefördert durch die Stiftung Pestalozzianum)
  • Mitorganisation der Tagung Sensus Non-Communis. Gegenwarten im Widerstreit des Graduiertenkollegs Gegenwart/Literatur und der Johns Hopkins University Baltimore, 13.-14.06.2024
  • Poetopolitik des Paratextes. Titelpraktiken in schulischen Lesebüchern des 19. Jahrhunderts. Vortrag mit Peter C. Pohl bei der IBG-Tagung Titelpraktiken. Akteure – Formate – Geschichten, Bergamo, 20.03.2025.
  • “Quella terra così bella che si chiama Svizzera” – Schweiz-Imaginationen in tessinischen Lesebüchern des 19. Jahrhunderts. Vortrag bei der Ringvorlesung Multidisziplinäre Perspektiven auf Italien und die Italophonie. Bonn, 17.12.2024.
  • Literaturvermittlung zwischen Reflexion und Gefühl: Das nationalpädagogische Konzept Robert Heinrich Hieckes und Philipp Wackernagels. Gastvortrag im Seminar Literatur im Transfer: Wie lernte das 19. Jahrhundert lesen?, Innsbruck, 05.11.2024.
  • Nationaler Kanon? Schulische Lesebücher im Spannungsfeld von politischer und kultureller Identität in der Deutschschweiz des 19. Jahrhunderts. Gastvortrag im Forschungskolloquium LiLi revisited: Digitale Schnittstellenforschung zwischen Literaturwissenschaft und Linguistik, Bielefeld, 15.10.2024.
  • Österreichisches Vaterland und deutsche Nation: Zum Verhältnis von Schulstufe und kultureller Identität im Österreich des 19. Jahrhunderts. Vortrag bei der Tagung Sensus Non-Communis. Gegenwarten im Widerstreit, Bonn, 14.06.2024.
  • Grün kanonisiert: Über die Aufnahme und Bearbeitung von Gedichten Anastasius Grüns in Schweizer und österreichischen Lesebüchern des 19. Jahrhunderts. Vortrag bei den Internationalen Lyriktagen vor dem 150. Todesjahr von Anastasius Grün. Interpretationen – Kommentare – Didaktisierungen, Ljubljana, 18.05.2024.
  • „Ein Schatz republikanischer Weisheit.“ (Re-)Kontextualisierungspraktiken in historischen Lesebüchern. Vortrag bei der Tagung Der Zugang zu Wissen – Zum Verhältnis von historischer Bildungsforschung, Quellen und Gedächtnisinstitutionen, Au (Zürich), 28.09.2023.

t.b.a.

t.b.a.


Publikationen

Aufsätze

2024 [mit Peter C. Pohl]: Poetopolitiken des Lesebuchs. Anastasius Grün in österreichischen Mittelschulbüchern des 19. Jahrhunderts

in: Johann Georg Lughofer (Hrsg.): Anastasius Grün. Interpretationen, Kommentare, Didaktisierungen. Wien: Praesens 2024, S. 186–202.

2022: „Das ist, was Ungehorsam verursacht – Die didaktische Funktion französischer Fabeln im Österreich der Restaurationszeit“

in: Synergies Pays Germanophones 15 (2022): Langue, culture et identité dans le système éducatif autrichien. Hg. v. Martina Mayer und Stéphanie Witzigmann, S. 61–72.

Tagungsberichte

2023 [mit Martina Hämmerle]: „(Ver-)Fahren. Poetik und Mobilität. (Internationales Kolloquium anlässlich des 60. Geburtstags von Thomas Wegmann, Tagung des Instituts für Germanistik der Universität Innsbruck, 19.–20.5.2022)“

in: Zeitschrift für Germanistik 1 (2023), S. 260–263.

Rezensionen

2023: „Näischt ass, wéi et schéngt. De Jemp Schuster leet d’mënschlech Ofgrënn an engem Éisleker Duerf an de Véierzeger Jore fräi“

in: Tageblatt Lëtzebuerg, 25.11.2023.

2023: „Intimes Porträt einer Frau, die nochmal von vorn beginnt: Doris Knechts neuer Roman“

in: der Freitag, 09.11.2023.

2023: „Eins mit dem Fluss werden. Cees Noteboom denkt über die Grenzen und Möglichkeiten der Kunst nach“

in: Tageblatt Lëtzebuerg, 23.09.2023.

2023: „Roman Noir trifft auf Dekonstruktion. Luc François experimentiert in seinem lesenswerten Debütroman mit narrativen Strukturen“

in: Tageblatt Lëtzebuerg, 23.09.2023.

2023: „Die spürst du nicht. Daniel Glattauers neuer Roman thematisiert den gesellschaftlichen Umgang mit Geflüchteten“

in: Tageblatt Lëtzebuerg, 22.07.2023.

2023: „Ein postkolonialer Blick auf Identität und Sisterhood. Neue Töchter Afrikas präsentiert 30 Texte aus Margaret Busbys New Daughters of Africa in der deutschen Übersetzung“

in: Tageblatt Lëtzebuerg, 22.07.2023.

2023: „‚Frieden ohne Krieg‘ von Yevgeniy Breyger: Wie eine lyrische Rückeroberung“

in: der Freitag, 06.07.2023.

2023: „Lyrik, flüchtig wie eine Umarmung. Adrian Kasnitz richtet den Blick auf das Unscheinbare und lehrt uns, neu zu sehen“

in: Tageblatt Lëtzebuerg, 27.05.2023.

2023: „‚Es gibt uns‘ von Elisabeth Klar: Rausch und Tod“

in: der Freitag, 27.04.2023.

2023: „‚Eine Hingabe an die Traurigkeit als der letzten Schönheit‘. Björn Hayer poetisiert in ‚Elegie für dich‘ Trauer und Abschied“

in: Tageblatt Lëtzebuerg, 25.03.2023.

2023: „‚im prisma der lyrik bricht sich nun das licht der welt‘. Tom Weber eröffnet in seinem Gedichtband ‚fluides herz‘ neue Perspektiven auf das postmoderne Subjekt“

in: Tageblatt Lëtzebuerg, 21.01.2023.

2022: „Rodrigues, Nuno Simões et al., Hg. Nólë Hyarmenillo. An Anthology of Iberian Scholarship on Tolkien. Walking Tree, 2022“.

in: Zeitschrift für Fantastikforschung 10.1 (2022), S. 1–6.

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